Beghininnen /Beginen und Begarden, 02.11
Chronik als Personenbeschreibung (aus gesammeltem Material):
Beginen und Begarden, de.wikipedia.
Die Beghininnenbewegung entstand spontan in belgischen Städten am Ende des 13. Jrh und waren NICHT kirchlich institutionalisiert. (aus gesammeltem Material).
Erfülltes Glaubensleben, Keuschheit, Busse, Gebet, Armut, körperliche Arbeit, Krankenpflege, Hilfe im Elend war ihre Tätigkeit. Erste Beghininnen waren Adelige und reiche Bürgerinnen, Mitgift war nicht erforderlich.
Im 14. Jh stieg die Zahl der ärmeren Mitgliedern wegen der miserablen gesamtwirtschaftlichen Situation. Auch die Zünfte fingen an, Frauen mehr und mehr auszuschliessen, als Folge der Krise, aber als Beghininnen durften sie ausserhalb der Zünfte spinnen, weben, nähen, waschen, Kranke pflegen, Stadtschulen führen. Besonders in Brüggen, Löwen, Lüttich und Brüssel.
Anfangs wohnten sie alleine oder mit den Eltern, später in eigenen Häusern als Gemeinschaft, unter der strengen Aufsicht einer Hausmutter. Von Papst Gregor IX in seiner Bulle ‘gloria virginalem’ indirekt anerkannt, genossen sie Steuerfreiheit seitens der städtischen Verwaltungen und blieben von den Privilegien der Stadtregierungen abhängig.
Beghininnen, welche nicht in Wohngemeinschaften lebten sondern ‘mitten in der Welt’ erregten besonderen Zorn. Man beschuldigte sie der Herumtreiberei, Bettelei, unerlaubten Predigt, dogmatischer Abweichungen, bisweilen auch der Prostitution oder lesbischer Beziehungen. Manche hatten scheinbar paradigmatisch mystische Erlebnisse, während derer sich einige jahrelang nicht von ihrem Lager erhoben, andere überliessen sich hysterisch-erotischen Träumereien. Viele wechselten zu den Ketzern über, den Joachiten, der Bewegung des ‘Freien Geistes’ die eine Aufgabe des eigenen Ichs und eine Identifikation mit Gott propagierten.
Einige standen den spirituellen Franziskanern nahe, letztere galten als Ketzer. Es gab Visionen über das dritte Zeitalter, in dem sich der Heilige Geist in einer Frau verkörpern werde. Beghininnen, welche zu diesen Ketzern hinüberwechselten oder deren Lehren in ihr Leben einbauten, brachten die ganze Beghininnenbewegung bei der Kirche in Verruf.
Aus Konkurrenzängsten und Ärger über die Steuerfreiheit der Beghininnen wurden ihre gewerblichen Betätigungsmöglichkeiten eingeschränkt, das heisst Zünfte setzten ihnen Höchstgrenzen der Produktion für sie fest und untersagten ihnen die Benutzung bestimmter Werkzeuge und sie durften ihre Erzeugnisse nicht mehr unter dem eigenen Namen verkauft. Damit wurde ihre Geltung auf dem Markt geschwächt. Ab dem 15. Jh waren die Beghininnen immer weniger Zufluchtsstätte für jene, welche mit den Händen arbeiten wollten oder religiöse Absichten hatten. Durch das Zerschlagen der Beghininnenbewegung wurden die Frauen eines wichtigen Ansatzes zur Entwicklung der wirtschaftlichen Eigenständigkeit beraubt.
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