Mein Schreibstuben-Blog

December 18, 2008

Partner-Seminar vom 9. November 1984 des xxx-Clubs

Filed under: mein Kommentar — heidi @ 02:11

und meine später (1984) geschriebenen Bemerkungen dazu:  

Der xxx-Club hat (1984) 3 Frauen als Mitglieder oder Anwärter unter vielen Männern. Ist es ein Zufall, dass alle drei (Frauen) ohne männlichen Partner leben? Und dass alle verheirateten Clubmitgliedern ohne ihre Frauen regelmässig zu diesen Club-Zusammenkünften kommen, dass sie ohne ihre Frauen den Kurs machten?

Wenn eine so gute Sache wie die xxx-Methode hilft, positiver und glücklicher zu werden und wenn Partnerschaft so wichtig ist, wie an diesem Abend (1984) betont wurde, warum führen dann diese beiden positiven Aspekte nicht zwangsläufig dazu, dass BEIDE Partner, die ja betonen, zusammen das Leben meistern zu wollen, hier mitmachten?

Liegt es an den Männern? Oder an den Frauen? Oder etwa an der Zweierbeziehung? Oder ist die xxx-Methode einfach nur auf Kader-Männer zugeschnitten? Oder haben Frauen einen solchen Kurs gar nicht nötig, sie tun ja schon so viel?

Wohlbemerkt, es handelt sich hier nicht um eine Ausnahme, sondern es ist ganz normal, dass einerseits Partnerschaft zu zweit hochgespielt wird und andererseits Frauen sich weniger entwickeln als ihre Männer – hier an den objektiven Kriterien gemessen, die uns die xxx-Entwicklungs-Methoden dieses Kurses bietet.

Bei der Vorbereitungsarbeit zu diesem Abend wurde mir plötzlich bewusst, dass ich als Singel einen Abend lang bei einer Messe über die Ehe mitmache. Dass ich mir als Vertreterin alternativer Gesellschaftsideen eine Huldigung gutbürgerlicher Beziehungsmodelle anhören werde.

Alle diese Spitzenmänner, die unsere Welt leiten (der durchschnittliche Teilnehmer dieses xxx-Kurses) gewinnen aus ihren so gepriesenen Ehen nicht genug Harmonie, um fähig zu sein, unsere Welt gerechter zu machen. Die Ungerechtigkeiten des Hungers, die Angst beim Wettrüsten (1984 mit den Atomraketen), Zweifel wegen Arbeitslosigkeit sind das Werk einer Menschheit, die als allgemeingültiges Prinzip die Zweierbeziehung entwickelt hat.

Oder liegt es gar daran,dass Frauen immer noch akzeptieren, zweite zu machen, und dadurch die Männer verpassen, eine gerechte Haltung dem anderen Gegenüber zu lernen. Mit anderen Worten: wir Frauen gestatten ihnen, Egoisten zu bleiben – pardon, ihr Testosteron bedingungslos auszuleben? Sind wir Frauen mitschuldig an der Misere unserer Welt, wenn wir unsere Männer nicht erziehen? (Klar, jetzt schimpfen wieder Feministinnen, denn diese Erziehungsarbeit ist für viele zu schwer).

Es scheint ein Gespaltenheit zu bestehen zwischen dem Privatmensch, der Glück und Frieden wünscht, und dem Berufsmensch, der munter weiterwurstelt, wohl wissend, dass der Hunger in der dritten Welt sich in den nächsten Jahren verschlimmern wird, wegen unserem immer mehr in der ganzen Welt verknüpften Netz der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen, für die diese Männer eintreten.

Im Sinne der Weiterentwicklung von uns allen soll eine starke, harmonische, private Partnerschaft uns dazu befähigen, die daraus entstandene Kraft auch in die Gesellschaft zu tragen. In meinen Augen ist das sogar DER Lakmus-Test einer aufbauenden, nicht nur auf Egozentrik basierenden Beziehung. Eine solche Ehe befähigt, den Gedanken der Gerechtigkeit (also der Achtung gegenüber dem Anderen) nach aussen zu tragen.

Also, wie läuft das jetzt bei unserer Politik- und Wirtschaftselite?

*****

Nachtrag: Und wie geht das heute, im Jahre 2011?

Ich selber habe in meinem Leben vier Modelle erlebt:

  • normale Ehe in Frankreich auf dem Land: (wir) 2 Partner mit 4 Kindern;
  • fast normale Landkommune in Südfrankreich, 10 Erwachsene, 11 Kinder;
  • als tagsüber hart arbeitende, geschiedene Alleinerziehende in einer Schweizer Grosstadt mit zwei unserer vier Halbwüchsigen;
  • vor und nach diesen wilden Zeiten, also den grössten Teil meines Lebens: eine Existenz als Single, ohne Kind/er
  • ok, nicht gerechnet bis zum 20. Lebensjahr eine fast normale Existenz als Einzelkind, mit 2 hoch-neurotischen Eltern (ich durfte vorher nicht weg, weil damals bis 20 noch minderjährig, die liessen mich nicht gehen, und ich brach nicht einfach aus).

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