Mein Schreibstuben-Blog

November 19, 2009

Geschichte um 1341 – Europa

Filed under: Chronik real — heidi @ 02:13

Was im 14. Jahrhunder – um 1341 herum – in der Welt so lief: (aus gesammeltem Material – nicht fertig):

  • Seit dem 12. Jh. läuft die Inquisition immer mehr an in Europa, besonders die Variante Hexenverbrennungen’
  • seit 1309 erobert der Deutsche Orden Baltiens. 1341 war deren Hauptquartier in Marienburg (heutiges Polen)
  • seit 1310 sind die Johanniter, welche von Amts wegen die Güter des Templer-Ordens zugeschanzt erhalten hatten, auf Rhodos
  • 1324 starb Marco Polo. Er hatte den Menschen gerade vor 50 Jahren die Weite Asiens bewusst gemacht
  • Seit 1337 wütete der Hunderjährige Krieg zwischen England und Frankreich. Er wurde um den Besitz Frankreichs geführt
  • 1340 hatten sich Alfons IV von Portugal und Alfons XI von Kastilien verbündet, um die Muslime im Rahmen der Reconquista zu schlagen
  • 1341 lebt Ibn Battuta, ein gelehrter Moslem, als Richter beim Sultan von Dehli
  • 1341: Blockaden-Embargo über Aegypten im Rahmen der Kreuzfahrer-Nachwehen
  • 1341 regierte der Papst Benedikt XII in Avignon, wie zwischen 1309 bis 1376 alle Päpste
  • 1341: das Ende der lateinischen Herrschaft über Griechenland kündigt sich an
  • 1341 haben Beghinen, Frauen aus dem Hochadel und reichen Bürgertum, sich einem gottesfürchtigen Leben verschrieben und in der Welt dienend gelebt, Handwerk ausgeübt, Schulen geleitet und Kranke gepflegt. Maria wird im Script eine Beghine spielen.

*******

Köln war seit dem 12./13. Jahrhundert eine Tuchmacherstadt mit Arbeitsaufteilung. Es gab das

  • - Vorstrecken der Wollfaser
  • - Aufspulen des Garns
  • - Weben am horizontalen Trittwebstuhl
  • von Köln aus gingen wichtige Handelsstrassen mit Gewerbe-Erzeugnissen nach
  • - Frankfurt-Ulm-Ravensburg-Mailand
  • - Aachen-Maastrich-Gent-Brügge

*******

Was sicherte Integration?

  • - Sesshaftigkeit
  • - Haus- und Grundbesitz
  • - Mitgliedschaft in: – Zunft oder – Bruderschaft
  • - Nachbars-Beziehungen
  • - Heiratskreise
  • - Feste
  • - Prozessionen
  • - Leistungen für die Gemeinschaft: – Militärische, – Finanzielle

*******

Struktur der Armen-Verwaltung in Köln um 1341 – Gesellschaft, was gibt sozial sicheren Schutz?

Es besteht die Möglichkeiten des Unterschlupfs im 14. Jh/bis 1341 durch:

  • - organisiertes Armenwesen in der Stadt: (wegen Zerbröckelung der traditionellen Verbände)
  • - regelmässige Spenden von Reichen
  • - spontane Initiativen

April 1304, Urkunde vom Heilig-Geist-Hospital nennt Bruder Johan, Kollektor von Almosen für das Haus, für:

  • - Leprose-Kranke
  • - Schüler und Studenten
  • - Beginen und Bettelmönche
  • - Pilger zu heiligen Städten
  • - Krüppel und Kranke (Lahme und Blinde)
  • - Findelkinder
  • - entlassene Landsknechte
  • - von der türkischen Gefangenschaft entkommene Soldaten
  • - Opfer von Kriegen, Hungersnöten und Natur-Kathastrophen
  • - Arbeitsunfähige
  • - Arbeitsunwillige
  • - Arbeitslose
  • - Köln: Einrichtungen geschlossener und offener Armenpflege, davon Abschluss des Ausbaus in Köln erst um Mitte 15.Jh.

Anstalten

  • - Hospitäler bei Stiften:
  • - St. Pantaleon, -Maria, -Andreas im Kapitol: wurden zu Altersheimen, in die man sich einkaufen musste, oder wo man zum Eintritt wenigstens einen ‘Befürworter’ in der Stadt besitzen musste; nur 12 ‘Pfründe’ konnten so vergeben werden
  • - Hospitäler bei Klöstern

Geld-, Kleidungs- und Lebensmittel-Abgabe

Sozial offen bis 1341 sind 2 Pilgerherbergen:

  • - 1. die der Kölner Bürger Albrecht von Zelle anf.14.Jh. erbauen liess, damals vis-…-vis Zeughaus (heutige Ecke Kattenburgstr./Zeughausstr.)
  • - 2. Hospital später
  • - Beginenkonvente = aus der religiösen Frauenbewegung des 13. + 14. Jh.: waren selber arm, verdienten sich als Textilarbeiterinnen, oder mit religiösen Diensten, oder als Krankenpflegerinnen ihr Leben oder mit Hilfe von Almosensammlerinnen

Heilig-Geist-Spital: am Domhof, vom 13. Jh an ein Kranken- und Armenhaus für die ganze Stadt, das als Vorbild für weitere Armenhäuser bei einigen Pfarrkirchen diente, so St. Aposteln, St. Peter, St. Johann Baptist, für die Quartier-Armen

Klöster (siehe in anderen Files): haben oft gesetzeswidrig arme Leute versteckt, gegen die Obrigkeit.

Pfründenhäuser

  • - für alleinstehende Frauen
  • - für arme Eheleute

Unterschlupf bei der Bevölkerung:

  • - als teure Untermieter bei armen Einwohnern (Logier-Wucher). 1576 Edikt dagegen.
  • - gegen Arbeit?

Bettler-Quartiere in Köln: 12. Jh.:

  • - Armenstrasse, später Schmierstrasse
  • - Thieboldsgasse (wahrscheinlich)
  • - seit dem 12. Jh. erwähnt: Leprosenhaus an der Aachener Strasse in Köln: (14./15. Jh. noch drei weitere)
  • - siehe unter N-Ges-3/Dekrete
  • - Anzahl der Aufnahme der Aussätzigen limitiert (1320 in Hildesheim auf 30 Kranke)

über geistig Behinderte ist aus Köln vor dem 15. Jh. kaum etwas zu erfahren
Nach 1342 gebaut:

  • - durch Stifter Peter van der Hellen, errichtet in seinem Haus “zume Esele” das St. Johann Baptist, auf der Breitestrasse in den 90-er Jahren des 14. Jh. (also nach Saira). In den dazugehörenden Gebäuden eine Herberge für arme Pilger.
  • - ca 1420: Hospital St. Catharinen, Stiftung zur ‘Weiten Tür’ durch Peter Koilgin

(Jahr ?) Für verschämte Leute, denen man das Betteln nicht zutraueon konnte, weil Bekanntheitsgrad zu offensichtlich (als Aufenthalter in der Stadt, Beziehung zu gewissen Leuten usw.):

  • - erhielten: Essen
  • - Bleibe: Kammer oder unter der Treppe
  • - liess sie zinsfrei in einem’gadem’ = Hütte in Nebenstrasse zur Hauptstrasse
  • -im Verband einer Grundherrschaft auf dem Lande

im Familienverband: bei

  • - Krankheit
  • - Invalidität
  • - jeglicher Schwäche
  • - Altsein
  • - Frausein
  • - Kindsein

Zuchthaus existiert in Westeuropa noch nicht, erst ab (15.)/16./17. Jh. (?) als Spinnhaus für Frauen und Holz(-bearbeitungs-)haus für Männer

Bettler-Bruderschaften erst weit nach 1341 geschichtlich erwähnt:

Spezial Basel: am Kohlenberg gab es ein Bettlerquartier (Ende 14./anfangs 15.Jh.): mit Bettler-Herbergen, eigenem Gericht unter einem Vogt und eigenen Schöffen und 3-Tage-Bettelerlaubnis in der Stadt

*******

Weiter:

No Comments

No comments yet.

RSS feed for comments on this post.

Sorry, the comment form is closed at this time.

Powered by WordPress